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Zur korrekten Wiedergabe bitte blockierte Inhalte zulassen und beim Ton SW-Synthesizer hochfahren Wie schnell die Zeit doch vergeht…
Schon wieder ist Weihnachten. Dabei hatten wir das vor kurzer Zeit doch erst. Dieses Gefühl der rasenden Zeit liegt sicher am Blickwinkel des Alters. Wenn ich mich zurück erinnere, war dies früher ganz anders. Als Kind wartete man eine ganze Ewigkeit auf das nächste Weihnachtsfest. Ein Jahr war so wahnsinnig lang. Man wartete auf Ostern, auf die Kirmes, auf die großen Ferien, auf Dies und auf Das. Es waren alles Etappen auf dem Weg zum Weihnachtsfest. Doch die Zeit wollte nicht vergehen. Ein Jahr schien damals unendlich lange.
Heute fragt man sich wo die Zeit geblieben ist. Je älter man wird, umso mehr beginnt sie zu rasen. Kaum, dass das Jahr begonnen hat, vollendet es auch bereits wieder seinen Lauf. Wir müssen schmerzlich erfahren, dass wir nur ein winziges Staubkorn in dieser niemals endenden Sanduhr sind. Gerade in diesem Jahr wurde ich in besonderem Maße an unsere Vergänglichkeit erinnert. Bei den Bauarbeiten, zur Bundesgartenschau 2011 in Koblenz, gruben wir dutzende Skelette aus. Die meisten lagen dort bereits weit mehr als 1000 Jahre. Deshalb mussten wir das Feld auch später den Archäologen überlassen. Das ganze Areal war fast der Zeit von Christi Geburt ein Friedhof, auf dem die letzte Bestattung vor über 300 Jahren stattfand. Zum ersten Mal wurde mir so richtig bewusst, das ein Mensch nicht ein Mal ein Tropfen im Ozean ist. Ich ertappte mich dabei, dass ich mit den Skeletten zu reden begann, mich entschuldigte, wenn ich auf einen Knochen trat. Da lagen seit mehr als 1000 Jahren unter anderem eine alte Frau mit verkrümmter Wirbelsäule und deformierten Knochen, ein männliches Skelett mit eingeschlagenem Schädel und ein Mädchen, welches bei seinem Tod etwa 15- 16 Jahre alt gewesen sein mag. Zunächst schockierte mich der Anblick. Mittags blieb mir der Hunger weg. Doch mit der Zeit zog es mich immer wieder zu den Ausgrabungen hin. Aus den unbekannten Skeletten wurden Menschen für mich. Menschen, die einmal dort lebten, wo auch meine Heimat ist. Ich begann mich zu fragen, wie ihr Alltag war, welche Sorgen und Nöte sie hatten und worüber sie sich freuten. Ich hielt innere Zwiesprache mit ihnen und hätte gerne alles über sie erfahren. Vielleicht gräbt auch mich jemand in 1000 Jahren aus. Ich möchte ihm dann sagen können, dass ich ein glücklicher Mensch war, der in einer schönen Welt lebte. Ich möchte ihm sagen, dass die Menschen zu meiner Zeit besser waren, als ihr Ruf. Wir alle können dazu beitragen. Lasst uns die Hände einander reichen! Lasst uns Zank und Streit vergessen! Lasst uns nicht Einer des Anderen Teufel sein! Lasst uns gemeinsam über die schönen Dinge des Lebens freuen, denn das Leben ist so kurz und der Tod währt so lange! Lasst uns zusammen eine Welt schaffen, in der man in 1000 Jahren noch immer glücklich leben kann!
In diesem Sinne, wünsche ich Euch allen ein besinnliches, gesegnetes und frohes Weihnachtsfest
Euer

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